19./20.Jh. -Liebenburg & Erfurt

Familie Max Höfling & Anna Kiehne

Anna Kiehne (1877-1956) war eine von drei Töchtern aus der Kiehne-Lehrmann-Ehe. Wie ihre Schwester Bertha verließ Anna Liebenburg der Liebe wegen.

Ihr Mann Max Höfling lebte in Erfurt, wo auch Anna eine neue Heimat fand. 

Anna Kiehne, ihr Vater Wilhelm Kiehne und Annas Ehemann Max Höfling, ca. 1930er Jahre

Über die Familie Höfling ist leider nur wenig bekannt. Die Familienüberlieferung hatte da wenig zu bieten: Name des Ehemannes, Name der Kinder, Ort: Erfurt.

 

Dass Max erst Oberwaffenmeister und dann Waffenrevisor war, erfahren wir aus den Erfurter Adressbüchern der entsprechenden Zeit. Ebenso, dass sie die meiste Zeit im Haus Dorotheenstraße (die nach dem Krieg umbenannt wurde in Gerhart-Hauptmann-Straße) Nr. 34 lebten. Das Haus, in dem er spätestens seit 1924 wohnte, war in den 1930er Jahren Max' Eigentum. Zwischen 1930 und 1939 verschwindet Max aus den Adressbüchern und Anna taucht plötzlich auf. Dazu sollte man wissen, dass Ehefrauen damals nur in Ausnahmefällen in Adressbüchern aufgeführt wurden. Man kann sagen, dass sie unsichtbar waren. Und zwar so lange, bis ihr Mann das Zeitliche segnete. Daher ist anzunehmen, dass Max Höfling zwischen 1930 und 1939  starb. Das erfurter Adressbuch 1939/40 führt erstmals "Anna Höfling, geb. Kühne, Witwe, Dorotheenstraße 34". Den geringfügig falschen Nachnahmen wollen wir großmütig als Schreibfehler abtun, da der Rest so gut passt.

In meiner Galerie der Unbekannten taucht mehrfach eine junge Dame auf, die ich für Anna halte. Was meint ihr?

oben: Erstes Bild, ganz links - die Unbekannte. Drei andere Bilder - Anna Höfling geb. Kiehne.

Von li.n.re: Emma Kiehne, die Unbekannte, Bertha Kiehne. Dieses Bild ist ein starkes Indiz dafür, dass es sich bei der Unbekannten um Emmas und Berthas Schwester Anna handelt könnte.

Während ich mir bei der Identifikation von Anna noch halbwegs sicher bin, sieht es bei diesem zugehörigen Herrn anders aus

Wenn die Dame wirklich Anna ist, sollte man erwarten, dass der Herr ihr Mann Max ist. Aber der Direktvergleich zeigt nicht nur Ähnlichkeiten (das Kinn, die Augen), sondern auch kaum erklärbare Unterschiede (der Haaransatz).

Falls es sich bei dem jungen Mann nicht um Max Höfling handelt, wirft das die Frage auf, ob Anna vielleicht zweimal verheiratet war. Denn ein junges Paar ging damals wohl frühestens zur Verlobung ins Fotostudio. Auf solch vertraute Weise ließ eine junge Dame sich nur mit ihrem Ehemann oder ihrem Bruder ablichten. Und einen erwachsenen Bruder hatte Anna nicht.

(Wer weiß, ob es in den dreißiger Jahren schon so gute Toupets gab?)

Familie Höfling mit dem alten Wilhelm Kiehne.

 

In meiner Familie wurde erzählt, dass "Familie Höfling durch die Wende enteignet wurde". Ob das wirklich stimmt, oder es vielleicht eher um den Verlust des Hauses in der Dorotheenstraße in viel früherer Zeit handelt, muss sich noch erweisen.

Laut den Adressbüchern war jedenfalls schon Ende der 1940er Jahre kein Höfling mehr als Besitzer des Hauses Gerhart-Hauptmann-Straße 34 eingetragen.

 

Dort wohnten aber noch Cläre und Helene Höfling, Opern- u. Konzertsängerin u. Gesangspädagogin sowie Paul und Fritz Höfling, kaufmännischer Angestellter und Graphiker.

 

Kontakt zu möglichen Höfling-Nachfahren in Erfurt oder anderswo zu finden, wäre eine Hoffnung für die Zukunft.

Anna Höfling geb. Kiehne war meine Urgroßtante.