19./20.Jh. - Raum Gandersheim & Hildesheim

Familie Heinrich Meier und Lina Haubenreißer

Schneidermeister Heinrich Friedrich Christian Meier, 1881-1958, der große Mann aus dem Norden, war ein ruhiger Mensch, aber ein umtriebiger Geist. Er zog mit seiner Familie so oft um, dass sich die einzelnen Wohnorte heute nur noch schwer nachvollziehen lassen. 

 

Geboren wurde er 1884 in Helmscherode im Kreis Gandersheim. Wo er seine Jugendjahre verbrachte, ist unklar. Im Januar 1913 war er jedenfalls in Hamburg, denn dort heiratete er Lina Lisette Haubenreißer, Schneiderstochter aus Hildesheim. Bereits ein knappes halbes Jahr später wurde den beiden ein Sohn geboren (ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

 

Heinrich war im 3. Seebatallion, 3. Kompagnie in Tsingtao (Kiautschou), China. Ob er dort im 1. Weltkrieg gegen japanische und/oder englische Truppen gekämpft hat, oder nur vorher dort stationiert war, ist noch unklar. Das dritte  Seebataillon war seit 1897 in Tsingtao (heute übliche Schreibung: Quingdao). Wir haben eine undatierte Postkarte, die Heinrich von dort nach haus geschickt hat. Eine erste Recherche ergab bisher keine nähere Datierung seines Aufenthaltes dort.

Irgendwann lebten sie auch in Kiel, der zweite Sohn Rudolf wurde den beiden 1918 in Alfeld (bei Hannover) geboren, und spätestens zur Geburt der ersten Tochter, 1925, wurde das Paar dann in Hildesheim ansässig. Wieviele Kinder die beiden insgesamt hatten, ist noch unklar (die Geburten fallen in die gesetzliche Sperrfrist von 110 Jahren, und Dokumente sind dementsprechend aufwändiger bzw. garnicht zu beschaffen). Sicher ist, dass die erste Tochter - Grete - direkt nach der Geburt verstarb.

 

Spätestens in den 1920er Jahren wurde Familie Heinrich Meier also in Hildesheim ansässig; Heinrich hatte eine Uniformschneiderei in der Wallstraße Ecke Osterstraße, direkt gegenüber der Schneiderei seines Schwiegervaters Wilhelm Haubenreißer. Letztere wurde viele Jahre später von Heinrichs Sohn übernommen. Das Haus Osterstraße Ecke Wallstraße war von 1919 bis in die 1990er Jahre im Familienbesitz.

 

Die Beziehung von Heinrich und Lina soll nicht die beste gewesen sein. Inwieweit der Verlust mehrerer ihrer Kinder - Sohn Rudolf starb z.B. im zweiten Weltkrieg - dabei  eine Rolle spielte, kann heute nur noch gemutmaßt werden.

Er starb 1958 im Alter von 73 Jahren; Lina folgte ihm erst 1969; sie wurde 77 Jahre alt.

 

Heinrich und Lina waren meine Urgroßeltern.